bullet1 Die psycho-biologischen Möglichkeiten des Menschen

 

Psychologie heute . . . .

Das Tier besitzt einen Vorrat an vorher festgelegten Verhaltensweisen der Flucht, der Abwehr und des Angriffs. Dieser Vorrat ist um so größer, je entwickelter und nuancierter ein Tier ist. Jeder Aggression von außen entspricht jedoch eine völlig automatische Antwortreaktion, die es dem Tier ermöglicht, in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben und sich dabei genau den Gegebenheiten der Umwelt anzupassen.
Beim Menschen ist die Situation anders.

Der Mensch besitzt mit seinem Großhirn ein rezeptives Feld, welches so beschaffen ist, daß die ihn erreichenden Reize auf eine unendlich große Zahl von Registern aufgeteilt werden.

Um den Belastungen durch Umwelt und Eigenerleben zu entgehen, verfügt der Mensch über keine realen vorgegebenen Schemata, Modelle oder Algorythmen wie das Tier. Er besitzt jedoch ein Reaktivitäts- und Anpassungspotential, welches ständig verändert werden kann und dessen Variationkoordinaten unendlich sind.

Für den Menschen ist demnach jeder Reiz, jede Anforderung, jede Aggression neu. Er muß um diesen zu begegnen seine Einstellung, seine Reaktion, seine Handlung von neuem improvisieren, neugestalten.

Dieses einzige "ökonomische" Prinzip wird durch Lernen, Üben, Trainieren realisiert. Das ist Konditionieren bzw. Neukonditionieren - Ausbildung bedingter Reflexe / bedingter Reaktionen. Das heißt, der Mensch muß alles, aber auch alles lernen / neu erwerben.

Das ist das Ergebnis der Evolution:

Einerseits verlief die Evolutuion in der Phylogenese in Richtung Spezialisierung, die auf eine nahezu vollständige Übereinstimmung zwichen Außenreizen und Reaktion hinzielt.

Anderseits kam es zu einer evolutionären Tendenz der Entdifferenzierung als Folge von Adaptationsfehlschlägen, die dann aber einem unendlichen Evolutionspotential freien Lauf läßt.

Die Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier beruht auf dem Fehlen der Spezialisierung. Der Mensch verfügt über eine enorme Reserve an nicht evolutiven Genen und er kann deswegen Umweltveränderungen begegnen. Aber dieses Potential der Nichtspezialisierung überschreitet das Gebiet der Genetik und wir finden es in den Möglichkeiten des menschlichen Gehirns, also in der Neurophysiologie und Psychologie wieder.

Krankheit bewältigen, also Coping, heißt: Neu Lernen. Das ist der Weg der Rehabilitation und die Therapie depressiver Störungen und Ängste, die mit der Diagnose " P P S " aufkommen können. Eine Pille gegen " P P S " gibt es nicht; es ist auch keine zu erwarten.

Coping = Krankheits-Bewältigungsverfahren:

   Spiritualisierung der Erkrankung = positive Wahrnehmung seines "Selbst"
      "Selbstfinden".

   Neukonditionieren; Lernen, mit sich neu umzugehen.

   Soziale Aktivität, Selbsthilfegruppe; Kreativität:
      "Nützliche Tätigkeit zu vernünftigen Zwecken".

zurück