Winkelmann

Mitteilung von Leopold Schefer
 

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bullet1 Trieste, den 8. Juni 1768

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             Margarita!      Margarita!

    Zweimal rufe ich Deinen Namen an! Ich, Arcangeli bin es! Du stehst vor mir — kennst Du mich nicht mehr? Du zitterst, Du sinkst! Ich ergreife Dich, ich lehne Dich hin — Du stößest einen Schrei aus vor meiner blutigen Hand — ja, sie ist blutig, ich halte sie hoch in die Höhe! Denn ich habe Dich errettet, Deine Seele errettet — und so tobt es weniger in mir. Nun weißt Du auch: Wer ermordet ist, wer todt daliegt? Wer bald todt daliegen wird, wie er, Margarita! Margarita!
            So ist es gekommen. So mußte es kommen! Solche Dinge kommen so, o so natürlich, so leise, so leise-gewaltig; dahin führen sie wie in eisernen Wänden, so eng, daß man nicht einmal umkehren kann. Du nicht. Ich nicht.


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    Er nicht. Er wird nicht umkehren. Er soll auch nicht!
            „Liebe Margarita!“ trieb es mich Dich zu nennen. Aber das weißt Du ja, oder magst es nicht wissen. Darum Hab' ich's vergessen; das Wort wollte wieder herauf wie eine hineingetrunkene kleine Schlange, die in mir groß geworden; da würgt' ich es wieder hinunter. Aber sie ist mir in die Faust gekrochen, in das Messer — dann war sie weg. Sonderbar, aber wahr; mir ist wie einem Gewitter zu Muthe, das eingeschlagen hat, nachdem es sich langt sehr übel befunden. Nun verrollt es den Donner, stürzt Regengüsse hinunter, wälzt sich am Himmel dahin, wie selber von seinem Schlage getroffen, verregnet, vermurmelt, verzieht sich — und der Himmel wird heiter, und wer hinaufschaut, der verwundert sich über die blaue frischhauchende Leere. Wahrlich, ich habe geweint. Ich habe geschlafen. Ruhig geschlafen, nicht wie ein Reiner, ein Seliger, sondern wie Einer, der selig gemacht hat und rein, wenn Du willst. Und Du mußt nun erlöst sein, Margarita! — „Schöne Margarita!“ wollte ich schreiben; aber da fiel mir der Mann ein, den Deine Schönheit aus dem antiken Weiberfeind, dem furcht-


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    baren Hagestolzen, zum Freundesverräther gemacht hat. „Theure Margarita!“ wollte ich schreiben, da fiel mir der Mann ein, dem Du wirklich theuer bist, auf meine Kosten, Deinem Raphael, dem ultramontanen Maler Mengs. „Arme Margarita!“ wollte ich schreiben. Das hätte Dich mit dem Strahle der Wahrheit getroffen, das hätte mich erbarmt, ich wollte Dich wieder beneidenswerth sehen. Sehen, Dich sehen? Ach, ich werde Dich nicht wiedersehen — welch ein Verlust! Die Welt wird sich mir zuschütten, und ich werde Dich nicht mehr sehen! Du wirst mich nicht mehr sehen! Und das wird kein Verlust für Dich sein. Wargarita, auch das, das labt mir die Seele! Es ist schön, so verstoßen zu sein, und doch fortzubleiben, der man war, nur freilich etwas entschiedener, gewissermaßen fürchterlicher. Fürchte Dich nicht! Weine auch nicht! Nicht um ihn! Wenn Du eine Thräne vergießest, mein Geist könnte aus seinem Grabe kommen und die Thräne rächen. Aber was ich da sagte: „Beneidenswerth“ das wirst Du nicht mehr sein. Du nicht. Ich nicht. Aber ich ruhig, ruhig, wie die Todten. Du ruhig, wie ein gefallener und aufgehobener Engel, voll Schaam. Warum schämt ein schönes Weib doch nie sich vorher?

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    Du mußt es wissen. Aber sage es nicht!
           „Falsche, treulose, verrätherische, unrettbare Margarita!“ wollte ich schreiben, ach, und was Alles noch! Aber Alles das wollte ich ja eben vertilgen! Ich hab' es schon einmal bewiesen, — in Wien. Ich hab' es hier wieder bewiesen mit fünf Stichen, jedem tödtlich. Ich habe das Mögliche gethan. Mehr konnte ich nicht; verlange nicht mehr von einem Menschen. Die Tage und Jahre, die große Sonnenuhr der Welt, konnte ich nicht zurückstellen — ich mußte die Weiser abschlagen, die auf Dich wiesen. Hölle! was habe ich ausgestanden! Um Dich! Um Deine Ehre! Um meine Ehre für Dich in meinem Leibe. Es war doch besser, als wenn zuletzt die Kinder mit Fingern auf Dich wiesen — und Deine Kinder vor Dir die Augen niederschlugen. Selbst die kleinen Winkelmännchen und Winkelweibchen. O, der Mensch glaubt, eine Sünde des Nachts, in tiefer stiller Verborgenheit zu thun! O Täuschung! Er geht in den Tag, in die Sonne hinaus, und die Sonne durchscheint ihn, wie einen Flor. — Und das böse Gewissen ist schwarz hineingewebt, als sein Wappen. Ich mußt' es zerreißen.

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    Denn Wahrheit zwischen uns, leise gehauchte Wahrheit: Rom weiß! So wußten die Fremden und trugen die Schande hinaus in die Lande der Heimath. „Kunstgeschichtliche Margarita!“ wollte ich sagen. Aber das war überflüssig.
            „Der Erzbösewicht!“ wirst Du erzürnt sagen. So haben mich schon Viele genannt. Erzbösewicht! Ich habe nicht einmal dazu gelacht. Aber weine nicht dazu, wenn Du erfährst, oder Dich erinnerst, daß ich auch brav war; denn ich konnte lieben, herzlich lieben, und somit wäre Alles gesagt. Aber damit ein Weib es glaubt, daß ich brav war, so sage ich auch: ich war eifersüchtig, rücksichtslos, elend um sie, lüderlich, gleichgültig gegen die Welt, hielt auf die Ehre meines Vaterlandes Italien, auf die Ehre unserer heiligen Religion. Das gewinnt, das versöhnt ein Weib! O Margarita! Verzeihe, verzeihe!
            So wild mußte ich zu mir reden, daß ich nicht rasend ward vor Angst, Dich nicht mehr wiederzusehen. Es ist überstanden; so ist es gut: Ich werde Dich nicht mehr sehen, darum schreibe ich Dir. Du wirst älter werden, alt; so wirst Du lange sitzen; dann wird Dich eines Tages Schwäche befallen, Du wirst Dich hin-

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    legen, nicht mehr aufstehen, die Augen zumachen, und liegend werden sie Dich hintragen zu den Tobten! Da wirst Du liegen und Dein schöner Leib wird ein Todtengerippe sein. Wahr» lich, das ist auch ein Trost! Aber ein Iammer, daß ich nicht mit Dir lebte, so lange Du das Urbild der schönen Mnemosyne warst. Wer seine Geliebte nicht erhält, der hat die Welt verloren! Darum schreibe ich Dir.
            Ich sitze auf dem Boden eines unbesuchten, verfallenen Gartenhauses am Berge von Opschina. Es donnert zum Fürchten; nur furcht' ich mich nicht! Die Wolken gießen Regen in Strömen herab, die Winde heulen und sausen und peitschen die Wolken und Wellen. Das Meer brüllt. Ich sehe kaum mehr. Ich sehe mich um, ob Bandelli nicht kommt. Er wird Dir den Brief von mir bringen. Er weiß, und verräth mich nicht. Darin sind wir Italiener Alle eins — in Liebe und Rache. Ich weiß nicht . . . ist der Mensch darum eine Art Dämon (Teufel), daß Ich gern vor, Dich selbst hinträte und zu voller Genugthuung nur sprache: — Du thatest so, darum that Ich so! Und wer hätte nicht so gethan, wer es so gewußt, wem so geschehen wäre, wie mir.

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    Verdammen ist Unsinn! Ein Verständiger spricht höchstens: Gott sei Dank, daß ich nicht Er war! Nicht seinen Weg zu gehen hatte mit seinem Herzen!
          Warum war mein Vater so ehrlich, das Geld des bei uns im Dorfe gestorbenen reichen Fremden nach Rom zu tragen! Schon um die Uhr und die Ringe gab Dich Deine Mutter mir. So jung Du warst, warest Du reif zur Frau. Und wie entzündete mich Deine Schönheit! Ich war der Erste, der sie einfach ergriff — ich hätte sollen der Letzte sein! Vielleichr nun sagst Du es selbst! Denn weißt Du noch? . . . Es war Erndte. Brütende, stechende Hitze im Felde. Du und ich, wir schnitten Waizen. Deine kleine Schwester lag im Schatten des einzigen Baumes am Sumpf. Du schnittest entblößt vor Hitze. Die Sonne sahe Dich. Sie war frecher als ich. Sie schonte Dich nicht; denn plötzlich schriest Du laut vor Schmerz. Ich sah keine schwarze Schlange. Du sankst hin! Es war der Sonnenstich! Ich starb fast vor Schreck, wie ich Dich so roth sah, wie Du anfingst mit den Lippen zu blasen, wie die Brust sich hob, wie Dem Auge starrte und glänzte! Ich entblößte mich, ich sprang in den Sumpf bis an die Hüften.

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    O hätte ich doch zaubern können alle Blutegel an mich! Aber da half nichts, als die himmlische Geduld eines Marmorbildes. So stand ich, meinen Kopf mit großen grünen Wasserlilien-blättern bedeckt, und noch die brennenden Hände darüber gefaltet, daß Ich nicht erkranke! O wie werth war mir mein Leben! So sammelte ich an meinem Leibe Deine kleinen blutgierigen Retter. Und als ich eine halbe Stunde neben Dir saß, im Anschauen verloren, und wie dann Deine Stirn, Dein Hals, Deine Brust über und über blutete . . . wie ich Dich Schwankende heimführte zur Mutter — und wie wir das Kind vergessen hatten, von welchem der Schatten hinweggerückt war, nichts als der Schatten hinweggerückt war, und wie die Mutter nach ihm lief, während wir in der schattigen kühlen Hütte saßen, und wie sie das indeß wirklich gestorbene Kind brachte!
            Den nächsten Monat darauf gehst Du nach Rom mit der Mutter, Deinem Heiligen zu danken. Das konnt' ich nur loben. Spät Abends willst Du wieder kommen. — Der Abend soll noch kommen! Ich weiß nicht, daß ein neues Leben in Rom ist, in das Du verfallen. Ich weiß nicht, daß dort ein alter Ismael sitzt, der wunderlichste Tyrann: der Tyrann seines eigenen Sohnes,

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    des jungen Raphael, für welchen eben der alte Ismael Mengs, schlimmer als ein Kuppler, schöne Mädchen zu Modellen auffängt und aufkauft. Das war Euch unter der Osterie, unter dem Capitol geschehen. Der alte Ismael hatte Deine alte Mutter mitkaufen müssen und gern gekauft. Ich hätte sie auch mitgenommen, ja Deine neunzehn Geschwister. Und Du warst siebzehn Jahr jung. Also leicht beschwatzt. Hab' ich Dich beschwatzt? Ich war aber ein Narr, ich liebte! Und wer liebt, hat keinen Muth! solchen Muth nicht! — Ich weiß nicht, daß der junge Raphael, der Dänensohn Mengs, als Maler über Deinen Anblick erstaunt ist, als wenn ihm in Dir alle heidnischen schönen Göttinnen erschienen wären alle christlichen Madonnen — in Einer Person, die ein armes Landmädchen ist, und als er sie um ihren Namen fragt: Margarita heißt; und daß er nun als junger Mann von zwanzig Jahren über Dich noch einmal erstaunt und entzückt ist, da Du ihm dienen willst, seine Geliebte, seine Braut, sein Weib, sein Alles in Allem zu sein! Denn ich weiß nicht, daß Deine Mutter zu Allem genickt und gelächelt. O, die alten Weiber, sind die Verderberinnen der jungen.

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            So bleibst Du aus, von Bewunderung Deiner festgehalten. Ich gehe nach Rom, ich bringe Dir einen schweren Korb Brieocoli. Ich komme in unsere selbige Ostene. Da sitzt ein Cicerone auf seinen albernen Fremden warten. Wir sprechen mit einander. Der Wirth weiß von Dir. Er weiß es noch besser. — „Die ist willkommen, die ist versorgt!“ spricht er. „Die Maler können nichts aus der Luft greifen, als die Luft; und so brauchen sie bis auf den Gürtel nackte Autoren, Galatheen, Nymphen, Bacchantinnen; und die Bildhauer brauchen Alles ganz nackend, welchen Theil sie nun brauchen, oder Alles, wie bei einer Venus. Und welches Mädchen die Kleider ablegt . . . Nun wir wissen! Wir kennen die Herren! Wir kennen die Mädchen: arme miserable Thierchen, nichts in der Welt weiter als schön!“
            Nun weiß ich, wo Du bist. Ich finde das Haus. Ich gehe ohne Weiteres in das mit wohl beschriebene Studium meines Mädchenräubers. Auf das Aeußerste erbittert und entschlossen, stoß ich die Thür nicht eben sanft auf — denn ich muß Dich überraschen, wie Du daliegst! — wie er sieht! — wie er zu malen scheint! Teufel! was seh' ich!

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    Da sitzt auf einem Throne die junge Mutter Gottes, wie sie leibt und lebt! In einsachem Haarputz, in einfachem Morgen-ländischen Gewande — der junge Maler Mengs malte eine heilige Familie. Ich falle vor Dir auf die Kniee, ich falte die Hände, ich senke mein Haupt. Das giebt Dir die Fassung wieder. Denn Du bist kaum mehr erröthet, als ich wieder aufblicke; Dein Gesicht ist himmlisch-wehmüthig. Der Maler lächelt. Ich blitze und rolle ihn an mit Augen wie Feuerräder. O er ist so schön, er ist so sanft, er bleibt so mild, so glücklich. Er weiß also schon, wie mild, wie glücklich machend Du bist! Dennoch fass' ich ihn an der Schulter und lehre ihn: Meister, ich komme wieder, wenn es Ihr jemals schlecht geht! — Dazu lächelt er fort und blickt Dich an. Ich gehe. Wohin ich wollte? Wer konnte das sagen! Nirgend hin. Nur fort! Deine Mutter kommt mir nach. Sie sagt mir Eure Veränderung. Alles Jetzige. Alles Künftige. Alles! O ich begreife leicht! Aber, so war sie . . . dennoch nahm sie mir den Korb Bricocoli ab. Ein richtiger Alterweiberzug!
            Darauf trieb ich mich in Rom umher. Du hast Deinem Raphael das Leben sauer gemacht — er hat müssen ein Christ

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    (ein Katholik in Römischer Sprache) werden, ehe er Dein Brautbett besteigen dürfen. Darum habe ich Dir halb vergeben. Du hast eine Seele errettet.
            Darauf sah mich die Lady Montaigu. Ich gefiel der ältlichen lockern Person und begleitete sie 1751 nach England. Dann ging ich in die Dienste des ewigen Reisenden, Eduard Worthley, des Sohnes des türkischen Kaisers, oder des armen Dichters Pope, und meiner Lady. Ich war sein Diener als er die lutherische Predigerkrause trug; als wir in der Schweiz ackerten und saeten und als Postillone davon ritten; als er im Kleide eines Abbate in Rom fungirte und in Paris als Stutzer Aller Augen auf sich zog; und lange noch, da er als Türke seine Gebräuche, Bäder und Waschungen beobachtete und nur von Reis und Wasser, Taback und Kaffee lebte, und neben seiner christlich»türkischen Frau seinen christlich-türkischen Harem hielt. O wie oft habe ich mit meinem Mitsklaven ihm an hellem Tage die Fackel vorgetragen. Nur wegen seines kleinen Negers, eines Pflegekindes, konnte ich so einen Herrn verlassen, den menschlichsten Menschen auf Erden; den wahren Meistee der Lebenskunst. her Alles selbst versucht und genossen, alles Elend und alle Freuden Aller.

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            Er gab mir in Palästina Reisegeld bis nach Hause, und nahm mich dann doch noch frei mit bis Cairo und Alexandrien. Ueber Malta und Messina ging ich zu Schiffe nach Neapel. Von da mit einem Vetturino nach Rom. Wie ein schönes, buntes, großes Grabmal meiner und Deiner Jugend, sah ich die Berge der Heimath im Abendsonnenglanze. Ich war zu stolz zum Seufzen. Auch hatten mich die Reize der Welt gefesselt und zerstreut. Zerstreuung, das ist die Frucht aller Reisen. Die Heimath sammelt die Sinne und die Seele wieder. Mir geschah es auch, wider Willen. Denn in meiner Gesellschaft, oder ich in seiner fuhr ein Comte Muzelio und noch ein Anderer, ein Baron. Ich glaube Beide Deutsche. Sie sprachen von Rom, als wir es von den Bergen von Albano vor uns liegen sahen.
            Rom und Italien, Groß- und Klein-Griechenland, Aegypten, das ganze Alterthum wird nun hell; sprach der Graf zum Baron. Sonderbar, daß die Deutschen erst allen Völkern das Licht aufstecken, oder ihr Grab erleuchten! Daß erst ein Deutscher aus einem Winkel bei Dresden kommen muß, um gleichsam erst sichtbar zu machen, was so lange nur, wie vor Blinden stand!

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    So viel Wunder und Götter und Göttinnen! Mit einem Wort: das Schöne! die Liebe zum Schönen! Er muß erst sagen, daß die Griechen eine Kunstgeschichte hatten in ihren Werken, was die armen Griechen selbst nicht wußten, und nur in den Tag hinein meißelten und malten, wie die Italiener, von Giotto an bis auf unsern Deutschen Raphael, Mengs. Winkelmann schreibt nun die Kunstgeschichte, sie ist bald fertig, und er heißt dadurch ipso facto, und implicite alle Italiener Esel und Staarblinde. Ich glaube, daß sie wüthend sind; Baldani, Fantoni, Massel, Morcelli, Marini, Zorga, vor allen der Fea, der gescheide Fea!
            „Es ist nicht gut, die Italiener zu Feinden zu haben, früher oder später, oder ganz spät noch wird ihr Feind ihr Opfer!“ versetzte der Baron.
            „Winkelmann ist ja zu ihrer Religion übergetreten — das ehrt sie! Sie werden ihn schonen!!“
            „Wenn er sie nicht verlachte!“
            „Ein Künstler und ein Kunstrichter können gar keine einzelne weltliche Religion haben, um frei zu arbeiten und zu urtheilen.

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    Sie haben die Religion aller Völker und Zeiten, das Sublimat daraus.“
            „Das Sublimat!!“ Erlauben Sie mir, lieber Muzelio, ich habe ein Werk: über die Sittlichkeit der Künstler und Kunstrichter geschrieben; daraus möcht' ich ein wenig recapituliren. Unsere beiden großen Deutschen, die Freunde Winkelmann und Mengs, werden Keiner über funfzig Jahr alt. Erleben Sie es! Der Künstler muß sittlich denken und leben, das Höchste und Schönste und Edelste muß er begreifen, ja aus sich erzeugen — und dazu darf er kein Schwein, kein Teufel sein! Wir reden hier in der Vettura, es hört uns Niemand. Das Kapitel habe ich tief und breit ausgeführt, was er Alles können und leisten muß, also dazu gezogen und geboren sein, und sich darnach halten, heilig und keusch, wie eine Madonna, ehe die Engel vor ihrem Kindlein darnieder fielen. Hinterher aber auch, Denn er soll immer Heiliges, Schönes, Reines, Göttliches zur Welt bringen, bis in das höchste Alter, wie Sophokles. Wie kann er edle Charaktere dichten oder malen, als aus Wunsch, als Gegensatz zu sich, also aus betrübter Seele, wenn er ein Wollüstling ist, wie der berühmte Maler R....... ;oder ein Weinsäufer wie ........;

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    ein Spieler wie........ ;ein Betrüger wie........;
    oder nur ein Schlemmer an kostbarer Tasel, geradezu gesagt, wie unser sonst kostbare und vollkommene Mengs. Ein einziger Fehler am Menschen ist genug, sein ganzes Leben, seine ganzen Werke für den wahren Menschenkenner zu verderben, die er erheuchelt hat! Heucheln, welche Schmach für ihn! Und im zehnten Kapitel weise ich nach, welchen Verlust die Welt durch die Lüderlichkeit der Künstler erleidet — nämlich, sie verliert alle die Werke, die er nicht schafft, weil er frühzeitig, oder immer zu früh stirbt. Und im Grunde des Herzens achten die Menschen doch nur die Werke eines Meisters nach seinem Werth und Charakter. Ein Kunstrichter aber, oder gar ein Kunstgeschichtschreiber, möchte noch göttlicher sein, als ein Künstler, mit tausendmal mehr Energie, denn er richtet in ihren Werken für den Verständigen doch eigentlich nur die Künstler.“
            „Und, darf ich bitten — denn von der Religion dispensire ich unsern gründlichen Heiden, der auf die beste erst wartet — was verdirbt denn den Herzkern unsers Winkelmann? Woran wird Der zu frühe sterben?“ fragte der Comte Muzelio.

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    Der Baron rieb sich die Stirn, so daß man einen Augenblick den Ausdruck seines Gesichres nicht sah, und erwiederte dann sanft und sicher Und weich und betrübt: „Am Mengs!“ 
            „Am Mengs?“
            „An seiner hohen edlen antiken Freundschaft, die ihm sein Weib kostet. Sein schönes, aber wie man sieht, doch eigentlich gemeines Weib.“
            Das Wort schlug in mich ein. Ich war wie ermordet, und ballte noch sterbend die Fäuste. Aber Arcangeli kann sich verstellen, sonst hörte er ja nichts mehr! Selbst blaß werden durfte er Nicht, sonst hätten die guten Männer gemerkt, ihr Reisegefährte verstehe Deutsch. Aber auch der Comte war stumm geworden, Und sprach erst nach einiger Zeit: „Sie überraschen mich! Ich muß Ihrem Buche Recht geben. Sie haben mich präparirt. Aber wie steht es? Weiß der arme Mann?“
           ,,Wie kann er nur ahnen!“ sprach der Baron. „Auf solche Worte von Winkelmann, von reiner, fester, treuer, beschützender, starker, unsterblicher Freundschaft auf Leben und Tod, auf solche Sehnsucht danach, auf solche Freude über den in Mengs gefundenen Freund, wie soll der sorglose Ehemann da ein fast auf Erden verschwundenes zu herrliches Gut,

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    für den Mantel der Falschheit, die Brücke zu sicherer Treulosigkeit, zu herzlosem Betruge halten! Das glaubt kein einsacher Mann, geschweige ein nobler, in seiner Kunst wie gefangener Ritter — der arme M  . . . . .“ (Er sprach den Namen nicht aus)
            „Aber wie soll der W. . . . . . . (der Comte sprach gleichfalls den Namen nicht aus) daran sterben?“
            Da fuhr der Teufel in mich, herauszuplatzen und aus  meiner erwachten Seele zu versichern: Ja, daran stirbt er! Nichts geht natürlicher zu! Denn Ich lebe noch! Ich komme schon.
            Ich sah zum Schlage hinaus, wo Deine Heimath in der Abendsonnengluth schwomm, wie in einem durchsichtigen Meere aus Duft, Margarita! und die Röthe der Sonne bedeckte die Schaam und Wuthröthe in meinem Gesicht. Darüber hatte ich gewiß des Barons Antwort überhört, deren Ich nicht bedurfte, und der Comte sprach entschuldigend weiter: Immer möcht' ich den Menschen sagen: laßt doch Bedauern und Schonung an die Stelle der Empörung und des Zornes, der Unzufriedenheit mit Menschen, in Eure Seele treten! Seht nur

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    ein, es geht Alles nalürlich zu; da draußen und in der Seele eines Jeden, er mag dann erscheinen, wie er will, rechtfertig oder unrechtfertig. Selbst der Irrthum wächst so natürlich im Menschen, wie das Gras auf dem Felde, und bringt so natürlich, ja solche natürliche Flüchte, wie der Feigenbaum am Wege. Wie Keiner von allen Millionen Menschen dieselbe Krankheit gehabt, sondern seine höchsteigene, so hat noch Keiner von allen Millionen Menschen, Männern und Weibern, dieselbe Sünde begangen. Jeder nur seine eigene. Ich kehre es also um und sage: es giebt Millionen Urbilder zu dem Einen Abbild, unzählige innere Racen Seelen von Männern und Weibern in der Einen Menschenhaut — der armen Haut! So giebt es unter vielen andern nun Phantasie-Seelen. Die Phantasie wird mit Recht halb rosenroth, halb rabenschwarz gekleidet abgemalt, und wahrlich sie ist halb vom Teufel! Denn alle solche Phantasieseelen sündigen nicht wie Andere; ihrer Meinung nach sündigen sie gar nicht, sie wollen es nicht, sie glauben es nicht; sie wollen in der Welt ganz etwas Anderes, und an dem, was sie wollen, ganz etwas Anderes; sie wollen Luftgestalten, Himmelsträume unter

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    den körperlichen Dingen, die sie ergreifen — aber sie dennoch dadurch verderben, wie ein Wahnsinniger, der nur den blauen Duft an einer Pflaume, oder die Farbe, die eirunde Gestalt derselben essen will, aber richtig somit die ganze Pflaume verzehrt! Und so glaub' ich von Winkelmann nie, daß er die Ehe brechen, daß er Mengs Frau be — sitzen will, oder ihr und seinem Freunde wehe thun! Sie ist ihm eine Antike, eine lebendiggewordene Göttin, eine Madonna, eine Diana.  —
            „Halt! Da haben Sie ihn schön erklärt!“ rief der Baron mit einigem Hohn. „Wenn er sie dafür hält aus Phantasie und ihrer schönen Göttinnen- und Madonnengestalt zufolge, und durfte selbst Alcibiades ja ohne Todesstrafe nicht einem Merkur die Nase wegschlagen — seit wann darf denn ein Christ, ein Katholik, eine solche Göttin so körperlich behandeln?. Das erinnert an den Engländer in der Peterskirche, dessen liegende Göttin nun wohlverwahrt ist gegen Phantasieen mit Fleisch und Bein!“

            „Sie haben Recht!“ gestand der Comte. „Wenn Sie oder die Welt dem ganzen Winkelmann dadurch Feind würden, so beraubten Sie sich seines Lichtes, seiner Fackel, des Gluth-

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    und Liebesbrandes, den er neu in die Welt geworfen hat, und das wäre Ihnen und der Welt ein Schaden, ein Verlust. Eben jenes Unlöblichen wegen besitzen Wir und haben Sie vielleicht, ja gewiß nur das Löbliche, Herrliche! Und diese Ansicht eben ist es, die der Welt räth, über das Privatleben und Glück der Künstler ein Auge zuzudrücken und dankbar die Früchte zu nehmen, die nur auf solchen zerzausten und markhohlen Bäumen wachsen konnten, wie hier die Früchte der Oliven auf dem alten Olivenbaume!“
            „Nicht übel gesagt, aber falsch, wie mein zwölftes Kapitel beweist,“ bemerkte der Baron.
            „Uebrigens bedenken Sie,“ fuhr der Comte fort, „daß Winkelmann ein Weiberfeind und ein Hagestolz war, und wohl noch ist! Er hat sogar aus den Griechen gelernt, und aus der Natur, daß das männliche Geschlecht das schönste ist, das weibliche aber blos das schöne. Und er ist der Priester und Lehrer der Schönheit. Aber es giebt keinen gründlichen Weiberfeind, es kann keinen Weiberfeind geben, nur hier und da Jemand, der Eines Weibes Feind ist, und es aus Zorn nun blind über alle wird, - weil ihm die Gemeinte nur: die einzig Gelaunte und Begehrte, kurz die Geliebte war.

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    Die Weiberfeinde sind also im Grunde die tiefsinnigsten schrecklichsten Freunde des Weibes. Welche Biene auch könnte der Feind des Kleees sein? und der Blumenkelche? Oder welcher Bär ein Feind der Honigbäute? Welche Taube eilt nicht zu Neste? Paar heißt die wahre Einheit. Und kann ein Mensch verschlossen und einsam richtig abblühen, wie eine Feige? Das scheint mir ein Widerspruch der Natur, die sich nie widerspricht, weil sie nicht kann; deswegen ist sie Natur, und alles natürlich. Vielleicht war er ein Hagestolz, weil er lange ein armer Teufel war, oder er sahe kein recht schönes Weib, und also ohne Liebe sahe er, daß die Schönheit kaum wenige Jahre dauert. Darum schien ihm seine Seele über die armen Sterblichen erhoben. Er wollte Marmorbilder! Festes Schneefleisch, Unverwüstlichkeit, höchsten Anstand — er ist oder war also so dumm nicht — er will Göttliches, Göttinnen im Leben, Menschengöttinnen, Männergöttinnen. Und die Natur hat sie! Sie bringt sie ewig hervor und besiegt damit Jeden. Ein Weib besiegt alle Marmorgöttinnen, geschweige Nymphen, Bacchantinnen und Mänaden, durch ihre lebendigen, geltenden, hinreißenden, unentbehrlichen Reize, ihr tiefes sinnvolles Wesen.

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    Und wenn eine Braut übermorgen stürbe, der Bräutigam müßte die heut dennoch — um es bürgerlich auszudrücken — heirathen. Der Triumph des Lebendigen ist vollkommen. Alles Kunstwerk ist doch nur wichtig als Schein des Lebens, als von der Sonne leuchtende Monde. Und also welcher Irrthum, daß die Natur erst durch den Künstler ihre vollkommensten Werke hervorbringe. . . durch den armen Stümper und Nachpfuscher, der Gott dankt, wenn sie nicht unnatürlich sind, und Gott zu danken hat, wenn sie ihr ähnlich sehen, nicht sind. Denn das sollen sie nicht; Kunstwerke sollen nicht Natur sein — sonst wären sie eben keine. Also der Kunst ihren Kreis, ihr Geschäft gelassen, ich will ewig verdammt sein: blos todte Kunstwerke zu sehen, und die lebendigen sollen mir verschollen sein, wenn der große Urkünstler nicht schönere Werke macht als der Mensch! Ich will blind werden, wenn nicht tausendmal schönere Weiber gesehen, als das nackte arme Ding, die Venus in Florenz, oder die Venus in Rom von Praxiteles!'
            „Ich bestätige das!“ rief der Baron.
            „Aber daß die lebendigen schönen Werfe nur selten zu sehen sind, oder ihre Schönheit sehen lassen, sehen lassen können. Und so geht eine heilige, heimliche Masse Schönheit

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    und Reiz und Götterhaftigkeit — in einsamer Stille verblühend — die Augen und Seelen der ***Andern* verloren! Jammervoll!“
            „Ich bestätige das!“ sprach der Baron noch einmal.
            „Von Cesena herab, um Sinigaglia, Ancona, Loreto und Reccanato sind Frauen so weiß, wie in die Welt geschneit; wenn das sein muß; aber weiß ist matt und gespensterhaft, darum malten die Alten ihren Marmor. Ja, wenn sanft-rosig die Grundfarbe eines schönen Leibes wäre, so wollt' ich auch dazu die Muster heimlich nennen, Oder auch, wenn festes marmorartiges Fleisch die Bedingung zur Schönheit wäre . . . oder das Haar! Oder die Augen! der Blick! die Gluth! die Arme! die Liebe! Denn wenn nun ein schönes Weib da ist, wenn Hunderte da sind, wenn die Erde und die Hütten nicht ärmer und wonneloser sind, als die armen paar Museen — dann, dann ist die Schöne erst tausendfältig schöner als ein Marmorbild! Sie ist in tausend Momenten und Situationen schön durch Geist und Beweglichkeit, durch holde Sprache und Hauch der Liebe, der Wehmuth, der Trauer und Wonne — indeß die Eine Venus von

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    Marmor dasteht Tag und Nacht bei schlechtem und gutem Welter — gleich; bei Unglück und Glück im Hause — gleich; bei Liebe und Haß — gleich. Daß diese Erhebung den Marmorgöttinnen nicht brauchbar, nicht genügend ist, und etwas rein — Unmenschliches hat, das etwa nicht gar göttlich ist; wer ist so verblendet über die höchst schönen lebendigen Werke des allreichsten, allseligsten Meisters, das nicht zu empsinden!“
            „Winkelmann hat also sie, die wir meinen, gesehen?“ lächelte der Baron kopfschüttelnd. „Er hat also den göttlichen Meister über seine Nachpfuscher und Stümper gesetzt!“
            „Hören Sie mich aus!“ fuhr der Comte in Eifer fort. „Da hat er gewiß überlegt: ob denn Nun ein solches wandelndes Götterbild Aphrodite, Here, Artenis heißen müsse? Oder — ob sie nicht auch Angela, Sabina, vielleicht gar Margarita heißen könne! Ob zu ihr gebetet worden sein müsse, oder ob sie zu Jemand bete — was noch schöner aussieht: ein Weib im Verehren! Zuletzt hat er seinen ganzen Glauben, einen seligen Glauben der kindlichsten Herzen, aufgeben und sagen müssen, oder sich heimlich gestehen, daß es vielleicht, ja gewiß, gar keine

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    Isis, Aphrodite, Juno, Diana gegeben hat! Daß er also einen thörigen Kinderglauben, einen Griechenglauben gehabt! Daß also eine schöne wirkliche Römerin, oder ein unvergleichlich schönes Landmädchen aus der Campagna, bestimmt unzählige Male mehr werth sei, als eine solche alte Göttin, die gar nicht gewesen sei, und nur noch als marmorweißes Gespenst scheine da zu sein, und daß es also gerade für einen Mann doch männlicher sei: ein Weib zu verehren, das sich verehren lasse auf alle menschliche, und göttliche Weise! Und nun wenn sie bildschöne Kinder hat, denkt er an die wandelnden Wunderwerke, die Hephästus gemacht haben soll, und glaubt an Den auch nicht mehr, desto froher aber an sich!
            Der Comte lachte zu seinen versteckten Sarkasmen, die dem redlichen Mengs die Ehre und mir bald das Herz kosteten, in welchem Du einst geherrscht hattest, o Margarita! Margarita!
            Ich brach los! Ich sprach auf Deutsch: „Ich würde Sie doch warnen, das Verhältniß in der Fremde wo auszuplaudern! Der Ruhm bedeckt es vielleicht und begräbt es!“
            Wir waren schon zum Thore hineingeschellt mit unsern Maulthieren, und fuhren gerade am Colisäum hin,

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    da riefen die Männer, anstatt mir zu, antworten, mit Freuden: Da sind sie ja! da sind sie! und riefen: Halt!
            Ich blickte hin. Da gingst Du, Margarita, zur Rechten Deines Mannes, und Winkelmann ihm zur Linken! Und Jedes von Euch hatte ein Kind von Dir, von Dir gewiß, an der Hand. Es war eine schreckliche Geistererscheinung! Und ich nannte Dich, glaube ich, ein armes Schaaf. Auch fielen mir die Worte: der Bock! . . . und: der Engel! aus dem Herzen. O Wiedersehen, du bist nicht immer froh! Es ist auch besser, Manche nie wieder zu sehen! Die Herren stiegen aus, eilten zu Euch und ich Verlorener verlor mich in Rom.
            Ich ließ mich für mein letztes Geld nach, und nach von drei der besten Ciceroni herumführen, und schrieb mir ihre Weisheit auf, und ward dadurch selbst ein Cicerone.
            So führte ich auch Fremde zu Euch, aber jedesmal nur bis an die Thür. Da geschahe mir anders. Ich hatte wild in der Welt gelebt, um Dich zu vergessen. Im Morgenlande lebt man meist nur mit Männern. Und wie ist das Leben blos unter Männern! Frech! Antik!   Das ist Alles gesagt.   Da fällt freie Rede, da hat

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    man eine andere, vielleicht die richtige Ansicht von den Weibern, da werden Dinge erzählt und gehört, und gemerkt, so daß man in diesem Kreise endlich verwöhnt und versteinert, alle ehrbare, bessere Sitte, selbst die noch anständige Italienische, rein verlernt, und zuerst so handelt und lebt, dann so denkt und wird, zuletzt sogar so spricht und erscheint, daß man Jahre braucht, um einigermaßen wieder anständig und anhörrbar bei Uns zu sein. Ich entbrannte in Dich, weil Du nun so warst, wie ich gehört. Denn ich führte so, wie ich war, einst einen Franzosen in die Villa Albani, vor Porta salara. Da hatte der Mengs dem 66jährigen Cardinal Alessandro Albani das Deckenstück im Saale gemalt. Das sind schon zehn Jahr!
            Doch es ist Nacht! Ich muß schlafen. Ich Habe nur noch den Schlaf — bis zu dem Schlaf, aus dem die Posaune nur weckt. Gute Nacht! Gute Nacht! Ich dächte, es wären schon Todte genug, daß sie blasen könntenl Wenn ich sterbe, sind alle Menschen todt!


     

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