bullet1 Vorbemerkungen

Die Osternacht  hatte und hat im Volkstumsbrauch des christlich geprägten Deutschland einen besonderen Stellenwert. Die Osternacht die Nacht zwischen Karsonnabend und Ostersonntag ist im liturgischen Jahr der Kirchen die "Nacht der Auferstehung" Jesu Christi von den Toten und damit die Nacht des Durchgangs der Gläubigen aus dem Tod ins Leben.

Mit der Osternachtfeier am Karsonnabend (Beginn erst nach Einbruch der Dunkelheit) erreicht die „Heilige Woche“ ihren Höhepunkt. Es ist die Nacht, in der das Kreuz, der Tod, und das Leiden überwunden ist. Jesus ist auferstanden und es beginnt  das ewige neue Leben, denn Gott setzt mit der Auferstehung den Anfang des Lebens.
Das Fest der Auferstehung Jesu ist das älteste Fest der christlichen Kirchen, hervorgegangen aus dem jüdischen Passahfest. Mit der Osternacht, beginnt die sieben Wochen andauernde Osterzeit.
Der Dichter Leopold Schefer beschreibt in zwei Novellen, die beide den Titel „Die Osternacht“  tragen, das Leben einer von Armut geplagten christlich frommen Familie. Der Hintergrund der ersten Novelle „Die Osternacht“ ist eine Überschwemmung und das Leben danach . . . Die zweite Novelle „Die Osternacht“ beschreibt das Leben der gleichen Familie in kriegerischen Franzosenzeit Anfang des 19. Jahrhunderts.
Beide sozialkritischen Novellen handeln im Rhein- Maingebiet, im Großraum Mainz.



Der in Muskau in der Oberlausitz lebende Dichter hatte offenbar das Erlebnis einer katastrophalen Überschwemmung der Neisse im Jahre 1804 im Sinn.
Die Franzosenzeit erlebte er in Muskau als er Generalbevollmächtigter, das heißt Vicegraf oder Gouverneur,  der Standesherrschaft Muskau war (. . . . .), einer Zeit zahlreicher Truppendurchmärsche von Franzosen und Russen, Einquartierungen, mit Requirierungen, und einer Typhusepidemie. 



Einquartierung




Die Osternacht von Leopold Schefer
und eine volle Kirche

Beide von gehöriger Gesellschaftskritik gekennzeichneten Novellen, die er in Muskau schrieb,  transplantierte Leopold Schefer ins Rheinland. Beide Novellen finden ihre Kumulation jeweils in der Osternacht.  Die zweite Novelle "Die Osternacht" von 1832 baut offenbar auf dem Erfolge der ersten Novelle von 1825 auf. Obwohl in der Literaturkritik des neunzehnten Jahrhunderts der Novelle von 1825 der Vorzug "der Besseren" eingeräumt wurde, kommt man doch nicht umhin festzustellen, daß beide Novellen inhaltlich die gleiche Diktion besitzen: Eine gelebte christliche Frömmigkeit einer armen Fischer-Familie. Eine Darstellung, charakterisiert von tiefem christlichem Glauben. So sind beide Novellen, die jeweils den gleichen Titel tragen, von gleichem Wert und gleicher Bedeutung. So exponiert sich Leopold Schefer als sehr frommer Mann, eben auf seine Art in seiner Zeit. Beide Novellen heute in der Osterzeit von der Kanzel gelesen, ´würde eine volle Kirche bewirken, weil sie besser als jede Predigt vom Andacht und Erbauung suchenden Publikum bzw. von der Gemeinde mit Andacht aufgenommen würden! 


Die Jacokskirche zu Bad Muskau


Seit 1831 Leopold Schefer's Wohnhaus — gegenüber der Jakobskirche.


Blick aus dem Oberen Fenster von Elfriede Gutsches Pension
dem 1830 von Leopold Schefer in byzantinischem Stil gebauten Wohnhaus.


genial@leopold-schefer.net