Leopold Schefer
Die Lebensversicherung

 

 bullet1 Vorbemerkungen

 

I.

Es ist schon eine große Kunst in dieser Form über den Arztberuf zu reflektieren. Schefer's Vater war Arzt in Muskau“
— So kann man sicherlich nicht von der Hand weisen, daß Retrospektive bis in die Kindheit in dieser Novelle mitschwingt. Sicher hat bereits das intelligente und empfindsame Kind Leopold über den Arztberuf seines Vaters und dessen Tun reflektiert.
Bei einem Aufenthalt Leopold Schefer's in England (1815) wird es den zündenden Funken zum Thema dieser Novelle gegeben haben. Jedoch erst 1830 kam es zur Veröffentlichung der Novelle „Die Lebensversicherung:“
In Rosen. Taschenbuch für 1830 [Hg. von Theodor Hell = Karl Gottfried Theodor Winkler.] Leipzig, Friedrich August Leo, 1829; 217 S.
Der heutige Leser wird feststellen, daß das Lesen dieser Novelle höchste Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert. Diese kritische Auseinandersetzung, mit dem Berufsstand der Ärzte  dürfte jedoch auch heute als Lektüre für geschichts-interessierte Mediziner sehr interessant sein.

Mit dieser Novelle erleben wir den Dichter Leopold Schefer von einer ganz anderen Seite . . . fern von Lyrik, fern von empfindsamer Novellistik, fern von Didaktik, fern von Adel- und Herzgeschichten greift Leopold Schefer mit beeindruckender Erzählkunst, knallharte soziale Themen auf, die uns auch heutzutage gar nicht so fremd sind: „Arzt und Image, Arzt als Unternehmer; Arzt und Geld; Arzt als Geschäftsmann, Arzt und Medien, Arzt und Konkurenz; der politisch wandelbare Arzt, Arzt und Natur; Berufsstand der Ärzte, Standes-Denken, Standesdünkel,  Arzt als Mensch, Arzt und Psychologie . . .
siehe: „www.Ärzte exklusiv.at“ 

 


II.

Die Emanzipaton der Pferde

Bernd-Ingo Friedrich stellt Leopold Schefer's
„Emanzipation der Pferde“ vor —im Dezember 2007.




III.

Die Dreheseuche der Schafe findet Erwähnung


Pluskal, F. S. "Erfahrungen in Betreff der DREHE- SEUCHE und der Trepanation drehiger Schafe." Gr.-8°. Brünn, Rudolf Rohrers Erben, 1857. 33 S. OBrosch.

 

IV.

Vision, Krankheit oder Philosophie?

Was ist normal?  Wo beginnt die Krankheit?  Was sagt Philosophie heute?
Diagnose:
Schizophrene Psychose
Ein Wahngebäude oder die „die Realitäten“ des Dr. Seligo:

Kein Mensch ist vor derartigen „Realitäten“ geschützt; auch einen Arzt kann es treffen . . . . .
exotische Ausdrücke, Wort-Neuschöpfungen, Schusselichkeit, ungeahnte Kreationen . . . .

Kennzeichnend für schizophrene Psychosen ist ein Nebeneinander von gesunden und veränderten Verhaltensweisen und Erleben bei den Betroffenen. Im umgangssprachlichen Bereich wird Schizophrenie oft als „gespaltene Persönlichkeit“ bezeichnet. In Wirklichkeit kommt dieser Form der Erkrankung sehr selten vor.

Menschen, die an einer Psychose leiden, sind eigentlich „Wahrnehmungsgenies“. Ununterbrochen ist jeder Mensch Wahrnehmungen, Empfindungen, Eindrücken, Gefühlen ausgesetzt. Ein "gesunder" Mensch nimmt davon nur ungefähr 10 Prozent bewusst war. Verdoppelt sich der Anteil der bewussten Wahrnehmung auf 20 Prozent, so stehen die meisten Menschen kurz vor einem „Nervenzusammenbruch“. Wenn es noch mehr wird, dann werden Seele und Geist des Betroffenen krank. Er kann nicht mehr bewerten, was wichtig ist, und was nicht. Das führt dazu, dass Betroffene die Lage, in der sie sich befinden oder auch ihre Beziehungen zu anderen Menschen nicht mehr richtig einschätzen können.

Solche Verunsicherungen kann man bei jedem Menschen schon durch einen Schlafentzug von ein paar Tagen künstlich auslösen. Kein Mensch ist davor geschützt. Jeder kann unter bestimmten Bedingungen davon betroffen sein.

Bei den schizophrenen Psychosen verwischen sich die Grenzen zwischen Realität und individueller Wahrnehmung. Die Betroffenen sind hochsensibel und oft sehr kreativ. Durch die Fähigkeit, sehr viel wahrnehmen zu können, verlieren die Betroffenen die Ordnung und die feste Beziehung zu ihrer Umwelt. Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Handeln haben keinen Bezug zur Wirklichkeit.

Die Symptome bei schizophrenen Psychosen sind äußerst vielfältig. Grundsätzlich unterscheidet man eine Minus-Symptomatik und eine Plus-Symptomatik. Die Minus-Symptomatik ist gekennzeichnet durch einen Wegfall früher vorhandender Persönlichkeitsmerkmale. Dabei kommt es z. B. zu Antriebsverlust, mangelnder Körperpflege, verarmter Sprache, verminderter Leistungsfähigkeit, weniger soziale Kontakte, Rückzug in die eigene Erlebniswelt, psychomotorischer Verlangsamung, Gefühlsverflachung

Bei der Plus-Symptomatik kommt sozusagen "etwas dazu". Die Betroffenen können unter Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Ich-Störungen leiden.
Zusammenfassend können sich Symptome aus folgenden Bereichen entwickeln:
Ich-Störungen
Wahrnehmungsstörungen / Halluzinationen
Formale Denkstörungen
Inhaltliche Denkstörungen / Wahn
Störungen der Affektivität
Störungen des Antriebs und der Psychomotorik

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V.

Der ausgezeichnete Erzähler


Aus der Allgemeinen Literturzeitung vom Oktober 1832, Seite 287